Info, Gesellschaft + Soziales
3 Blocks
Mascha Schubert | Folge 7
MDR
14.05.,
18:00 - 18:15
Infos
Produktionsland
D
Produktionsdatum
2022
Marcus Urban aus Weimar, der erste deutsche Fußballer aus dem Profibereich, der sich geoutet hat. Van Pham aus Chemnitz, die für mehr Sichtbarkeit der Deutsch-Vietnamesischen Community und gegen anti-asiatischen Rassismus kämpft. Konrad Erben aus Jena, der als schwarzer Junge im Umfeld des NSU groß geworden ist und jahrelang Gedenkveranstaltungen für die NSU-Opfer organisiert hat. Mahmoud Aljawabra, der nach traumatischen Erlebnissen im Syrien-Krieg geflüchtet ist und sich jetzt mit unglaublichem Fleiß und Ehrgeiz einen Kindheitstraum in Leipzig erfüllt: Zahntechniker zu werden. Diese und viele andere Menschen hat Clarissa Corrêa da Silva getroffen. In der neunteiligen Serie "3 Blocks" erzählt sie in jeder Folge die außergewöhnliche Geschichte eines Menschen und geht mit ihm zu den drei Orten, die für ihn am prägendsten waren. "3 Blocks" - das sind 3 Orte in Mitteldeutschland, die nicht einfach nur Kulisse sind, sondern die für den jeweiligen Menschen eine sehr persönliche und besondere Bedeutung haben. Folge 7: Mascha Schubert Mascha ist Jüdin. Als sie Anfang der 1990er Jahre als Kontingentflüchtling aus der ehemaligen Sowjetunion nach Deutschland kommt, steht sie in einem Land, das sie aus Schuld aufgenommen hat. Infrastruktur zur Integration der ehemaligen UdSSR-Bürger gibt es nicht. Sie erlebt Ausgrenzung, Rassismus und hat das Gefühl, einfach nicht dazu zu gehören. Sie besucht die Schule, ohne ein Wort Deutsch zu sprechen. Sie wird dort ausgelacht und verspottet. Es dauert viele Jahre, bis sie erste Freundschaften mit deutschen Kindern aufbauen kann. Einer der wenigen Orte, den sie anlaufen kann und an dem sie sich wohl und aufgenommen fühlt, ist für Mascha von Anfang an die jüdische Gemeinde in Magdeburg. Hier lernt sie ihre Kultur, das Judentum, besser kennen. Sie findet Freunde, fährt auf Ferienreisen und plötzlich füllt das "jüdisch sein" einen Platz in ihrem Leben aus, der vorher unbesetzt war. So gelingt es ihr, in Deutschland anzukommen. Das offene Bekenntnis zu ihrem Glauben ist aber immer auch mit Gefahr und Bedrohung verbunden: Antisemitismus hat es in diesem Land immer gegeben und ist bis heute ein großes gesellschaftliches Problem. Das hält Mascha nicht davon ab, auch heute noch das jüdische Zusammenleben in Magdeburg aktiv zu gestalten. Sie arbeitet für die Gemeinde und steckt all ihr Herzblut in die Arbeit mit der jungen Generation von Juden und Jüdinnen, um sie an ihren Glauben, die Bräuche und die Kultur heranzuführen.
Andere Sendezeiten
03:35
18.05.
MDR
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